Nachweis von Horizontallasten an Bestandsbauwerken

Technische Daten:

Bauwerkstyp:Geländer, Brüstungen, Attika, Absturzsicherungen, Hochwasserschutz, Sekuranten
Materialien:Mauerwerk, Beton, Naturstein, Stahl, Holz
Problemstellung:rechnerischer Nachweis nach aktuellem Normenstand gelingt nicht, durch erforderliche Geländererhöhung erlischt Bestandsschutz
Zielstellung:Experimenteller Nachweis der Geländerkonstruktionen, Verankerungspunkten, Brüstungen, Attika, Mauerkronen, Absturzsicherungen, Sekuranten

Tätigkeiten

  • Nachweis Einspannstellen von Geländern
  • Probebelastungen an Mauerwerkskronen, Attika
  • Belastungsversuche an Absturzsicherungen, Brüstungen
  • Ermittlung maximale Verformung vorhandener Handläufe
  • Überprüfung von Sekuranten
  • Nachweis Paniklasten

Mögliche Einsatzgebiete:

Der Nachweis von Horizontallasten kann aus den unterschiedlichsten Gründen erforderlich werden. Zum Beispiel ist es möglich, dass Bestandsgeländer in älteren Treppenhäusern oft nicht den Sicherheitsanforderungen der aktuellen Norm bezüglich ihrer Absturzhöhe genügen. Durch möglicherweise erforderliche Geländererhöhungen wächst die Belastung auf die Geländeranschlüsse, da sich der Hebelarm zwischen horizontaler Holmlast und der vorhandenen Einspannung am Geländerfuß vergrößert.

Ein Mangel an Informationen über die tatsächliche Ausführung der Konstruktion und deren Verankerungen oder das Auftreten von Schäden aufgrund einer langen Nutzungsdauer kann dazu führen, dass eine rechnerische Nachweisführung nicht möglich ist.

Durch Belastungsuntersuchungen können die Größe der horizontalen Verschiebungen an den Geländerpfosten und am Handlauf, sowie die Reaktion an den Einspannstellen der Geländer genau ermittelt werden.

Die Anwendungsbereiche für einen experimentellen Nachweis von Horizontallasten sind sehr vielfältig. Als Beispiel kann auch eine mögliche Belastung durch Wasserdruck auf historische Mauerkonstruktionen einen solchen Nachweis erfordern. Bestehende Hochwasserschutzeinrichtungen werden durch immer häufiger auftretende Starkregenereignisse höher beansprucht. Um diese zu erhalten und mögliche Schäden zu vermeiden können experimentelle Tragsicherheitsbewertungen essenzielle Informationen zur optimierten Bemessung der Schutzsysteme bieten.

Durchführung:

Zur Erzeugung der Horizontallasten kommen individuelle Hydrauliksysteme, angepasst an die jeweilige Aufgabenstellung zum Einsatz. Dadurch kann der Untersuchungsaufwand stark minimiert und Kosten gespart werden.

Sollten höhere Lasten oder freistehende Konstruktionen nachgewiesen werden, dann kann ein individuell einsetzbares Stahlrahmensystem als Rückverankerung dienen.

Für eine exakte Steuerung der Lastzyklen werden die eingetragenen Kräfte und resultierenden Verformungen mittels hochpräziser Sensoren überwacht und in Echtzeit, online dargestellt.

Nutzen:

Experimente Untersuchungen sind sinnvoll wo ein rechnerischer, statischer Nachweis nicht möglich ist.

Durch Probebelastungen kann die tatsächliche Tragfähigkeit von horizontal belasteten Strukturen ermittelt werden, wodurch diese meist ohne weitere Verstärkungsmaßnahmen nutzbar sind oder eine optimierte, kostengünstigere Sanierung mit geringerem Zeitaufwand möglich ist.


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